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SOLIDARITÄT MIT LATEINAMERIKA STEIERMARK

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Eine Schule für Buenos Aires

Ein neues Projekt, welches wir seit diesem Jahr unterstützen, ist der Bau einer Elementarschule in Buenos Aires. Buenos Aires ist eine kleine Gemeinde im Verwaltungsbezirk Quetzaltenango. Die 350 Bewohner von Buenos Aires leben in sehr einfachen Verhältnissen. Die meisten von ihnen verdienen ihr Geld als Tagelöhner auf den Fincas, wo Kaffee, Kautschuk, Ananas oder Bananen angebaut werden sowie in Viehzuchtbetrieben. In den Erntemonaten erhalten sie für ihre Arbeitskraft einen Mindestlohn von 1.100 Quetzales. In der Nebensaison gibt es nur gelegentlich Arbeit und die Bewohner von Buenos Aires verdienen dementsprechend weniger.

Um sich versorgen zu können, bauen die Einwohner von Buenos Aires auch selbst Mais, Bohnen, Reis, Erdnüsse und Kaffee an. Können sie damit mehr als den Eigenbedarf abdecken, kann der  Überschuss auf dem Markt verkauft werden und stellt eine zusätzliche Einnahmequelle dar. Der Verkauf am Markt ist jedoch schwierig, da der nächste 18 km entfernt liegt und der Bus dorthin nur dreimal täglich fährt.

Da es im Ort keine Schule gab, mussten die Kinder ursprünglich die Schule im 3 km entfernten La Paz besuchen. Doch der Schulweg war in sehr schlechtem Zustand und gefährlich, woraufhin sich die Einwohner zusammengeschlossen haben, um selbst eine Schule zu errichten. Der Gemeinschaftsentwicklungsrat (Consejo Comunitario de Desarollo – COCODE) unterstützte das Vorhaben und stellte das benötigte Grundstück zur Verfügung. Im Jahr 2011 wurden zwei überdachte Räumlichkeiten errichtet, in welchen die Kinder derzeit unterrichtet werden. Die Schule ist vom Unterrichtsministerium autorisiert und hat derzeit 76 Schüler mit drei Lehrern für die Grundschule und einer Lehrerin für das Kindergartenalter. Aus Mangel an finanziellen Mittel wurde dieses Gebäude jedoch nur provisorisch aus Bambus, Wellblech und Holzstämmen gebaut. Dies bietet den Kindern und Lehrkräften nicht nur kaum Schutz vor Regen sondern stellt z.B. bei Unwettern sogar eine Gefahr für ebendiese dar. Deshalb möchte man nun eine neue Schule auf dem Gelände, welches über 1.174 mverfügt, errichten. Durch den Neubau der Schule soll den Kindern der Zugang zu Bildung in einem sicheren Umfeld ermöglicht werden. Den Kindern wird durch diese höhere Ausbildung auch eine Alternative zur Arbeit auf den Fincas  und damit auch ein Ausweg aus der Armut geboten. Somit soll durch diesen Schulbau der nötige Grundstein gelegt werden, um die Lebensqualität und die Entwicklungschancen der Menschen in dieser Gemeinde zu erhöhen.

Doch dieses Projekt kommt nicht nur den jetzigen 76 Schülern beziehungsweise 70 Familien zugute sondern noch vielen Generationen nach ihnen und kann dadurch auch als sehr nachhaltig angesehen werden. In Guatemala werden, sofern eine Schule vom Unterrichtsministerium anerkannt wird, die Lehrkräfte vom Staat bezahlt. Dies gilt auch für die Schule von Buenos Aires. Das Land auf dem die Schule errichtet wird, befindet sich im Eigentum der Gemeinde Genova Costa Cuca und somit ist auch in dieser Hinsicht die Langlebigkeit des Projektes gewährleistet.

 

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